Balleimertraining - weitere Möglichkeiten 

Das Balleimertraining eignet sich auch hervorragend zum

  • Erlernen 
  • Verbessern
  • Stabilisieren 
einzelner Schlagtechniken.

Durch entsprechende Auswahl sowie Variation der Zuspieltechnik kann das Balleimertraining zum Erlernen der TT-Schläge individuell angewendet werden. Durch die Konstanz des Zuspiels werden sehr gute Bedingungen zum Bewegungslernen geschaffen. Das Erlernen der TT-Schläge darf auch am Balleimer nicht zur Ermüdung führen. Sobald dies erkennbar wird (ansteigend der Fehlerzahl), sollte das Training abgebrochen werden. Bei der Verbesserung von Schlägen kann auf den einzelnen Spieler zugeschnitten trainiert werden. Die Möglichkeiten der Fehlerkorrektur können hier voll ausgeschöpft werden. 

Bei der Technik - Stabilisierung sollte folgendes beachtet werden:
 

Schläge sollten unter möglichst variablen Bedingungen trainiert werden, um stabile Technikprogramme zu erhalten.

 
 
Das alte Trainingsprinzip, kein Techniktraining in ermüdetem Zustand durchführen gilt nicht mehr..

In der Praxis müssen die Spieler nämlich auch in ermüdetem Zustand in der Lage sein, ihre Technik durchzusetzen! Um dieses Training durchführen zu können, müssen die Schläge jedoch in ihrer Feinform beherrscht werden.
 
 
 
Die Zuspielfrequenz

Die Zuspielfrequenz, also wie schnell hintereinander die Bälle zugespielt werden sollen, hängt vom jeweiligen Trainingsziel ab.

Lernphase

Zum Erlernen von Schlägen und Schlagverbindungen, empfiehlt sich eine niedrige Zuspielfrequenz, um die Bedingungen dem Anfänger so einfach wie möglich zu machen. Je besser die Technik vom Spieler beherrscht wird, desto höher kann die Zuspiel- frequenz sein.


Taktik-Balleimertraining

Beim Taktik-Balleimertraining muss die Zuspielfrequenz der Frequenz im Spiel angepasst sein, damit möglichst spielnah trainiert werden kann. 


Stabilisierung von Schlagtechniken

Zur Stabilisation der Schlagtechniken in der Stufe des Technikanwendungstrainings muss wie bereits mehrfach erwähnt von Zeit zu Zeit eine sehr hohe Zuspielfrequenz gewählt werden, die dann auch zur Ermüdung des Spielers führen soll. Damit kann der Trainer zusätzlich die Willensstärke bzw. das Stehvermögen seiner Spieler schulen.


Konditions-Balleimertraining 

Im Konditions-Balleimertraining ist die Zuspielfrequenz dem entsprechenden Belastungsgefüge der jeweiligen Trainingsmethode anzupassen, mit der man die ausgewählte konditionelle Fähigkeit trainieren möchte


Balleimertraining und Taktik

Grundsätzlich kann man alle taktischen Situationen auch mit dem Balleimer trainieren. Darunter fallen z.b.
 

  • Aufschlag-Rückschlag
  • Spieleröffnung 
  • Abschlussschlag 
  • der "dritte" Ball
Der geübte Trainer kann ganze Ballwechsel durch Balleimertraining simulieren. Diese Form macht unserer Meinung nach nur Sinn, wenn die Möglichkeiten zur intensiven Korrektur dabei auch genutzt werden.

Auch Doppeltraining ist mit dem Balleimer durchführbar.
 


Balleimertraining und Kondition

Eine sehr spielnahe Form des Konditionstrainings ist das Balleimer-Konditionstraining. Da im Bereich des Konditionstrainings bereits darauf eingegangen wurde, hier nur noch einmal kurz zum Überblick:
 
 
Schnelligkeit  wenige Bälle -  vollständige Erholungspause -  wenige Serien  -  max. Intensität = Wiederholungsmethode
Ausdauer I 150-300 Bälle niedrige Zuspielfrequenz (Pulskontrolle unbedingt notwendig!)ohne Unterbrechung
pro Spieler zwischen 10 und 20 Minuten! = Dauermethode
Ausdauer II 60-80 Bälle bei mittlerer Zuspielfrequenz -  geringe Intensität - lohnende Pause (Puls wieder bei 120)
pro Spieler zw. 10 und 20 Minuten = extensive Intervallmethode
Schnellkraft für die Beinarbeit siehe Schnelligkeit  Laufwege oder Umspringen vorgeben!
Schnelligkeitsausdauer 40-80 Bälle - höchste Zuspielfrequenz - 80-100% lntensität - danach lohnende Pause
ca. 4-6 Serien - Pausengestaltung aktiv - Auslaufen danach wichtig zum Laktatabbau!
Wichtig: nur im Bereich des Leistungs- und Hochleistungstrainings anzuwenden!

Für eine sinnvolle Durchführen des Konditionstrainings am Balleimer sollte der Trainer die Pulsfrequenzkontrolle beherrschen.
In welchem Maße einzelne Spieler belaste werden können, lässt sich exakt nur über die Messung der Pulsfrequenz feststellen.
 


Balleimertraining und Koordination

Alle für den Tischtennissport wichtigen koordinativen  Fähigkeiten  lassen sich  auch durch Balleimertraining schulen!

Differenzierungsfähigkeit

Vom Trainer wird vorgegeben, wohin der Ball platziert werden soll, mit wie viel und welcher Rotation sowie mit welcher Geschwindigkeit


Kopplungsfähigkeit

Nach jedem gespielten Ball muss der Spieler mit der freien Hand den Boden berühren oder sich um die eigene Körperachse drehen.


Umstellungsfähigkeit:

Der Trainer spielt kurze Aufschläge in die VH des Übenden und streut plötzlich lange Aufschläge ein. (Bsp. einfach/unregelmäßige Übung Gleichgewichtsfähigkeit: Durch extreme Platzierungen wird der Übende zu ebensolchen Lauf - und Oberkörperbewegungen gezwungen.


Orientierungsfähigkeit

Nachdem der Übende einen Ball gespielt hat erhält er die  Aufgabe eine Umrandung oder einen bestimmten Punkt an der Wand hinter ihm zu berühren. Nach der Berührung soll er sofort wieder in dei Ausgangsposition zurückkehren.


Reaktionsfähigkeit

Übender steht mit dem Rücken zum Trainer. Trainer spielt einen Ball zu nachdem der Übende den Ballaufsprung gehört hat dreht er sich um und spielt den Ball auf die Tischseite auf der der Trainer nicht steht.